DIE ZEIT 14/2002: Zukunftsmarkt - Schnurlos auf Draht (27.3.02)

Z U K U N F T S M A R K T

Schnurlos auf Draht

Ob im Stadtpark oder Hotel: Funkverbindungen schaffen im Umkreis von 100 Metern einen Zugang zum Internet

Von Markus Göbel und Arne Molfenter

Der Hot-Dog-Verkäufer am Stand nebenan schaut ungläubig zu. Obwohl die New Yorker angeblich nur selten zu erstaunen sind. Anthony Townsend sitzt auf einer Parkbank am Washington Square im Süden Manhattans und sieht auf seinem Laptop die Nachrichten des Fernsehsenders CNN. Er ballt seine Faust und ruft: "Cool!" Ihn begeistert nicht der Wetterbericht für die Ostküste, der leichte Niederschläge prognostiziert, sein Enthusiasmus hat einen anderen Grund: Die ruckelfreien Fernsehbilder kommen aus dem Internet auf den Computer des 27-Jährigen - und das ganz ohne Kabel und kostenlos.

Die Signale empfängt Townsend von einer kleinen schwarzen Box am Fensterbrett seines Büros in der New York University, die direkt am Washington Square liegt. Zusammen mit seinen Freunden hat der wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät für Stadtplanung das Funknetz NYCwireless geschaffen, in das sich jedermann mit seinem Laptop einwählen kann. Dieses Wireless Local Area Network, kurz WLAN, gibt freie Internet-Kapazitäten an Nutzer mit den passenden Funkmodems kostenlos ab. Jeder kann mit einer Steckkarte für ungefähr 100 Dollar überall im Internet surfen, wo die schwarzen Boxen von NYCwireless ihren Sendebereich haben. Daneben gibt es in New York immer mehr kommerzielle Anbieter, die noch besseren Service bieten.

In ein paar Monaten soll die ganze Stadt mit den drahtlosen Internet-Zugängen abgedeckt sein. Immer öfter wird beim Kaffeetrinken nicht mehr die Zeitung gelesen, sondern der Laptop aufgeklappt. Die Wallstreet-Broker sind ständig drin, ob im Centralpark oder am John-F.-Kennedy-Flughafen. Das US-Marktforschungsinstitut Analysis prognostiziert für das Jahr 2007 rund 21 Millionen WLAN-Nutzer in den USA, die sich auf diese Weise ins Internet einklinken.

Die Technik ist simpel: Zentraler Bestandteil eines Funknetzwerks ist eine Reihe von Sendern. Sie werden in den Gebäuden oder im Freien installiert und sorgen für die Verbindung ins Netz. Die Reichweite eines solchen "Hotspots" liegt zwischen 30 und 100 Metern in Gebäuden. Im Freien erreicht sie mehrere hundert Meter. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt bis zu 11 Megabit und ist damit effektiv 80-mal schneller als eine ISDN-Verbindung. Eigentlich wurde die Technik Anfang der neunziger Jahre erfunden, um Büros zu vernetzen, ohne das Kabel verlegt werden müssen. Doch mittlerweile hat sich daraus ein drahtloser Internet-Zugang entwickelt, der schneller ist als alles bisher Dagewesene.

Was in New York möglich ist, daran arbeitet man im thüringischen Jena schon lange. Bereits 1993 begann Lutz Donnerhacke, Sicherheitsexperte des Chaos Computer Clubs, gemeinsam mit Freunden den Aufbau eines Funknetzwerkes in seiner Heimatstadt. Weil ihnen die Leitungen der Telekom zu teuer waren, starteten die Jenaer damit, ihre Stadt mit Antennen und Funksendern zu erschließen. Heute hat Donnerhacke einige Schulen, Privatpersonen und Firmen in Jena an sein Netz angeschlossen. Seine Kollegen vom privaten Thüringen Netz e. V. in Erfurt haben ihn sogar beim Ausbau überholt: Zwar montierten sie bislang erst auf fünf Häusern ihre Antennen, doch damit können sie 20 Prozent der thüringischen Landeshauptstadt abdecken.

Anderswo in Deutschland hat die kommerzielle Nutzung der Funknetze bereits konkretere Formen angenommen: Nach Schätzungen der Unternehmensberatung Frost & Sullivan gibt es knapp 4700 kommerzielle WLAN-Zugänge in Deutschland. Denn seit einiger Zeit bieten vor allem Hotels WLAN-Zugänge an. Ob in München oder Berlin, die Kundschaft der großen Hotels war noch nie so schnell im Internet. Im größten Hotel Deutschlands, dem Estrel in Berlin, genügt ein Tastendruck, und das Bild erscheint. Für 7,50 Euro pro Stunde können Nutzer ein so genanntes Web Pad von der Größe eines Frühstücksbrettchens leihen. Das Gerät sieht aus wie ein Laptop ohne Tastatur - Mausklicks und Tastatureingaben erfolgen mit einem Stift direkt auf dem Bildschirm. Bei Kaffee und Klaviermusik können sich die Hotelgäste in die Lobby setzen, ihre E-Mails lesen, Börsenkurse prüfen oder über das Internet fernsehen. "Wir befinden uns bereits in der Phase der Marktaufteilung", sagt Max Grauert, der für die Firma Iobox bereits Dutzende Hotels in Deutschland mit kommerziellen Funknetzen überzogen hat.

In den kommenden vier Jahren sollen in Westeuropa nach Schätzungen von Analysis 90 000 Hotspots aufgebaut werden. Bis dahin werde die Zahl der Nutzer auf über 20 Millionen steigen und das WLAN-Geschäft drei Milliarden Euro Umsatz bringen. Bereits für dieses Jahr erwartet die Unternehmensberatung Frost & Sullivan 7,3 Millionen Euro Einnahmen durch öffentliche WLAN-Zugänge in Europa. Nicht nur in Hotels kann drahtlos gesurft werden, auch Bahnhöfe und Flughäfen werden vernetzt.

Längst Realität ist das mobile Internet auch an deutschen Universitäten. Gefördert wurde der Aufbau der universitären Funknetze vom Bundesforschungsministerium. Insgesamt 41 Hochschulen beteiligten sich an der im Sommer vergangenen Jahres beendeten Förderinitiative Wireless LAN - mit unterschiedlichem Erfolg. Oft scheiterte der Betrieb an baulichen Gegebenheiten oder Brandschutzvorschriften. Vorreiter im Bereich mobiles Internet sind die Universitäten in Karlsruhe, Bremen und Rostock. Hier ist auf dem gesamten Campus der drahtlose Zugang möglich. In Karlsruhe wenden Informatikstudenten ihre in der Vorlesung über parallele Programmierung erworbenen Kenntnisse gleich auf dem Laptop an. In Rostock recherchieren künftige Anwälte während der Vorlesung in juristischen Datenbanken - natürlich kostenlos.

Das Vordringen der Funknetzwerke bereitet den großen Telekom-Firmen einige Sorgen. Sie haben vor zwei Jahren für knapp 50 Millionen Euro Lizenzen für die neue Technik UMTS ersteigert, durch die der Mobilfunk der dritten Generation ermöglicht werden soll. Doch während die Funknetzwerke überall in Betrieb gehen, starten die großen Telekommunikationsfirmen mit UMTS frühestens 2003. Wettbewerbsvorteile haben die kabellosen Netze vor allem wegen der geringeren Kosten. Denn im Gegensatz zu den UMTS-Frequenzen ist der Betriebe der WLANs lizenzfrei. "Es kann nicht sein, dass WLAN kostenfrei ist und für UMTS Milliarden ausgegeben werden mussten", sagt Telekom-Sprecher Philipp Schindera von T-Mobile. Sein Chef, der Vorsitzende der T-Mobile-Geschäftsführung, René Obermann, war schnell alarmiert. Obermann wandte sich an den Präsidenten der Regulierungsbehörde und tat in einem Brief seine Besorgnis über eine Beeinträchtigung der künftigen UMTS-Erlöse kund. Die Regulierungsbehörde müsse darauf achten, "dass nicht ein sehr ungleiches Spielfeld entsteht", schrieb Obermann. Die Telekom rüstet sich für alle Fälle und macht sich Konkurrenz im eigenen Haus. Die Telekom-Töchter T-Systems und TCom kündigten an, noch vor dem UMTS-Start Wireless LANs in Flughäfen, Bahnhöfen und Hotels aufzubauen. Im exklusiven Frankfurter Flughafen-Club bietet der Fernmelderiese den Reisenden bereits seit einigen Wochen an, online fernzusehen und Video on demand per Funknetz zu nutzen.

Offiziell bleiben die UMTS-Lizenznehmer gelassen. "WLAN wird UMTS allenfalls ergänzen können", sagt Gerhard Lüdtke, Abteilungsleiter Radio Systems bei E-Plus. Die Funknetzwerke arbeiten nicht flächendeckend, außerdem funktioniert die Sprachübertragung noch nicht perfekt. Auch Analysten rechnen bisher nicht damit, dass die Funknetzwerke UMTS überflüssig machen. Schließlich haben die großen Telekom-Firmen so viel Geld in UMTS investiert, dass sie diesen Standard mit allen Mitteln einführen müssen. "UMTS bringt das Internet in das Handy und richtet sich mit seinen Angeboten an ganz andere Nutzergruppen", sagt Wolfgang Behnck, Telekommunikationsexperte der Unternehmensberatung Mummert und Partner.

Es könnte aber auch anders kommen: UMTS würde dann ein langsamer, teurer Lückenbüßer dort, wo kein Wireless LAN vorhanden ist. "Die Datenpakete bei UMTS sind 50- bis 100-mal teurer als bei WLAN", sagt Jan Michael Hess von der Berliner Mobilfunk-Unternehmensberatung Mobile Economy. Das Problem der geringen Flächendeckung wird jedenfalls durch Firmen wie Nokia oder die amerikanische Transat ausgeräumt: Sie planen, im großen Stil in das Geschäft einzusteigen. Auch die Abrechnung soll komfortabel gestaltet werden: Egal, bei welchem WLAN-Anbieter man surft, bezahlt wird künftig über die Mobilfunkrechnung. "Durch diese Bündelung der Netzwerke kann WLAN für den Nutzer so einfach werden wie heute der Mobilfunk", sagt Axel Freyberg, Mobilfunkexperte und Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der Unternehmensberatung A. T. Kearney.

Das schwedische Unternehmen A Brand New World hat gerade einen Aufsatz für Handheld-Computer vorgestellt, der alle drahtlosen Internet-Standards versteht. Durch den Adapter kann mit dem Minicomputer auch telefoniert werden. Wo ein WLAN sendet, surft man dann fünfmal schneller als mit UMTS und ab Sommer sogar 27mal so schnell, weil gerade ein neuer WLAN-Standard beschlossen wurde. Das Gerät liegt bereits in den Läden. Von UMTS-Handys werden seit zwei Jahren bislang nur Designstudien aus Holz oder Acrylharz präsentiert.

© DIE ZEIT 14/2002, 27. März 2002

Wirtschaftswoche 12/2002: Spezial Mobiltelefone: Handy individuell (14.3.02)

Wirtschaftswoche NR. 012 VOM 14.03.2002 SEITE 156

Spezial

Mobiltelefone: Handy individuell

Software zum Herunterladen macht es möglich, technisch stets auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Alexander Samwer strahlt. Freudig erregt drückt das ehemalige Wunderkind der New Economy die Knöpfchen seines fast 600 Euro teuren Handys. Auf dem Display des Siemens SL45i wedelt gerade ein klitzekleiner Skifahrer den Berg herunter. Doch nicht nur das Spiel macht ihm Spaß seine Firma verdient auch Geld damit. Zum Preis von 2,99 Euro verkauft Samwers Unternehmen Jamba Spiele, die der Kunde per Wap auf seinem Mobiltelefon installieren kann.

Zwar gehören Telefone mit Unterhaltungscharakter, die solche Miniprogramme starten können, noch zu den Raritäten unter Deutschlands Mobiltelefonen. Trotzdem macht Samwers Handyportal mit den entsprechenden Spielen zwei Monate nach Verkaufsbeginn angeblich schon einige tausend Euro Umsatz pro Woche. "Mehr als die Hälfte der Käufer sind Wiederholungskunden", sagt Samwer. "Wenn in den nächsten Monaten neue Endgeräte von Nokia und Siemens auf den Markt kommen, wird der Boom beginnen."

Tatsächlich hoffen Mobilfunkbetreiber wie Handyhersteller derzeit auf den Beginn einer kleinen Revolution. Denn die Jamba-Spiele sind in der vom High-End-Computerhersteller Sun konzipierten Programmiersprache Java geschrieben, die bisher vorwiegend auf herkömmlichen Schreibtischrechnern zum Einsatz kam. Der Vorteil der Software mit dem Symbol einer dampfenden Kaffeetasse: Programme lassen sich extrem klein und kompakt erstellen und sind überdies noch plattformübergreifend einsetzbar: Java-Software läuft auf Windows-Computern ebenso wie unter dem alternativen Betriebssystem Linux, den Apfelrechnern von Apple - oder eben Handys.

Und deren Markt soll Java nun ebenfalls erobern. Dadurch werden auf Mobiltelefonen Funktionen möglich, die man bisher nur auf dem PC kannte. Die Programme müssen nur einmal geschrieben werden. Trotzdem laufen sie auf so unterschiedlichen Geräten wie dem Siemens SL45i, dem Motorola Accompli 008 oder dem Nokia 9210 Communicator. Diese Telefone sehen sich zwar äußerlich kaum ähnlich und verwenden auch intern vollkommen verschiedene Betriebssysteme, aber sie verstehen alle Java. Sogar die d-box von Premiere funktioniert neuerdings damit.

Glaubt man den Verheißungen, entwickelt sich das mobile Java schon bald zum großen Renner: Das Marktforschungsunternehmen Datamonitor erwartet bereits in diesem Jahr einen europaweiten Umsatz mit Handyspielen von über 1,6 Milliarden Euro. Das Marktforschungshaus Gartner hält Java-Spiele für die wichtigste Telefonanwendung und geht davon aus, dass sie längerfristig den tragbaren Spielekonsolen wie Gameboy & Co. erhebliche Marktanteile wegnehmen können. Nokia will daher schon im kommenden Jahr 100 Millionen Java-Handys absetzen - und ist damit wieder einmal Vorreiter: Bis 2006 sollen alle Handys mit Internetzugang Java-tauglich sein, erwarten die Marktforscher der ARC Group. Das entspricht 1,1 Milliarden Geräten weltweit.

Carsten Brinkschulte sieht ebenfalls schon ein neues Mobilfunkzeitalter heraufziehen. "Durch Java werden die Handys individueller. Jeder installiert sich die Programme, die er braucht", sagt der Chef der Berliner Softwarefirma Weblicon, die auf der Cebit einen Java-Organizer fürs Handy präsentiert. Künftige Mobiltelefone müssten dann nur noch mit einer Grundausstattung ausgeliefert werden. Spiele, Grafiken und Programme holt sich jeder Nutzer selbst dazu. Weil mit Java geschriebene Programme nur 20 bis 100 Kilobyte groß sind, dauert der Download mit modernen Handys höchstens 90 Sekunden. Und im Gegensatz zu WAP- oder GPRS-Anwendungen lassen sie sich auch offline verwenden.

In den vergangenen Wochen sind auch Softwarefirmen und Mobilfunkbetreiber auf den Java-Zug aufgesprungen. T-Mobile und Debitel gaben am gleichen Tag bekannt, dass sie künftig Java-Spiele vertreiben wollen. Bis Ende März bietet die Telekom-Tochter in Deutschland zehn Spiele zum Download an, wofür lediglich die Übertragungsgebühren anfallen. Später sollen News- und Business-Anwendungen, darunter ein Börsenticker, dazukommen. Konkurrent D2 Vodafone hat bereits vor einem halben Jahr einen ähnlicen Service namens Load-A-Game gestartet.

Neben Spielen werden auf der Cebit allerdings auch die ersten mobilen Anwendungen im Businessbereich vorgestellt. Beispielsweise bietet CAS Software aus Karlsruhe ihre Kundenmanagementsoftware GenesisWorld auch in Java an. Das heißt natürlich nicht, dass das riesige Programm komplett auf dem Handy abläuft. Aber zumindest Funktionen, welche die Außendienstmitarbeiter im Kontakt mit ihren Kunden benötigen: So werden beispielsweise Termine der kommenden drei Wochen und die zugehörigen Kundeninformationen lokal im Java-Handy gespeichert und sind dann auch ohne Einwahl ins Internet verfügbar. Die Masse der Kundendaten bleibt dagegen auf dem Firmencomputer liegen. Dadurch müssen viel weniger Daten übertragen werden - nämlich nur noch Änderungen. "Die quälend lange Warterei, wie sie beim Aufbau von WAP-Seiten an der Tagesordnung ist, hat ein Ende", sagt CAS-Vorstand Ludwig Neer.

Mit einem ähnlichen Kniff schafft es auch die Essener Softwarefirma Getsnax, die Börsendaten von Onvista in akzeptabler Geschwindigkeit zum Laufen zu bringen. Wenn das Java-Programm auf dem Handy installiert ist, kann der Nutzer die Entwicklung seiner Lieblingsaktien fast wie am PC beobachten. Auch die Charts kommen richtig schnell auf Display. Denn statt der ganzen Grafik werden nur ein paar Zahlen vom Onvista-Server übertragen. Die zackige Kurvengrafik dagegen berechnet das Handy selbst. Durch die Always-on-Funktion des Mobilfunkdatendienstes GPRS lässt sich auf dem Mobilfon sogar ein ständig aktueller Liveticker darstellen, weil dafür nur kleine Datenpakete übertragen werden müssen und nicht im Zeittakt abgerechnet wird.

Doch damit nicht genug. "Java und GPRS machen die Nutzer unabhängiger von ihren Mobilfunkanbietern", sagt Axel Freyberg, Telekommunikationsexperte der Unternehmensberatung A. T. Kearney. So hat das Softwarehaus Brodos aus Baiersdorf eine Java-Anwendung programmiert, mit der Kunden ihre SMS-Kurzmitteilungen nicht über ihren Netzbetreiber verschicken müssen, sondern sie über den SMS-Computer von Brodos senden können. Nach Anmeldung auf der Brodos-Web-Site und Installation des Programms beträgt die Ersparnis bis zu 45 Prozent gegenüber den Preisen der Netzbetreiber.

Auf lange Sicht soll das Handy dank Java gewissermaßen zu einem mitwachsenden Gerät werden. Daran arbeitet in den USA zur Zeit Vanu Bose, Sohn des legendären Amar Bose, bekannt für seine innovativen Lautsprechersysteme: Unter Beteiligung von Boeing bastelt sein Unternehmen Vanu Inc. an einer Software, die alle erdenklichen Funkstandards verarbeiten kann. Bei Anwendung dieser Technik im Handy könnte das Telefon durch Download des entsprechenden Programms auch als UKW-Radio und Babyphone dienen, oder aus einem Dualband-Handy wird ein Dreiband-Handy für den Urlaub in den USA. Ist Bose erfolgreich, muss künftig niemand mehr jedes Jahr ein neues Mobiltelefon kaufen, um auf dem neuesten Stand zu sein.

Die Handyhersteller hätten sich dann mit dem Einbau der Java-Unterstützung in ihre Geräte freilich einen Bärendienst erwiesen: Auch den Umstieg von GPRS auf UMTS - von der Branche sehnlichst erwartet, weil die Konsumenten dafür neue Handys benötigen - könnte man - so jedenfalls die Theorie - einfach gegen Bezahlung aus dem Internet herunterladen.

Autor: Göbel, Markus

Markus Göbel, Journalist

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