Financial Times Deutschland: Cebit 2004 (16.3.04)

FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND, DIENSTAG, 16. MÄRZ 2004,
Beilage NEUHEITEN, S. 14/15

Cebit 2004

In diesem Jahr werden Wünsche wahr: Innovationen, die es bisher nur als Prototypen gab, kommen endlich in die Läden

Von Markus Göbel

Drei Jahre lang musste sich die von Umsatzeinbußen und Entlassungen geprägte Computerindustrie in Bescheidenheit üben. Doch jetzt soll es wieder bergauf gehen - vor allem mit Hilfe von neuen Produkten, die näher an den Bedürfnissen der Kunden sind. Wie ab dem 18. März auf der Cebit zu sehen ist, steht die Telekommunikation im Mittelpunkt, insbesondere mit Themen wie Breitband-Internet und Mobilfunk. Innovationen, die es bisher nur als unverkäufliche Prototypen gab, kommen endlich als Geräte in die Läden.

Neue Produkte, die aus den Fortschritten der vergangenen Jahre hervorgingen, sind leistungsfähiger als ihre Vorgänger. Das zeigt sich in höheren Reichweiten, besserer Bedienbarkeit, höherer Auflösung und schnelleren Übertragungsraten. Die Zeiten, in denen ein Gerät nur eine Funktion hatte, sind längst vorbei. Drucker können heute ganz selbstverständlich auch scannen, faxen und kopieren. Digitalkameras nehmen Filme auf, und MP3-Spieler dienen als tragbare Festplatte und Diktiergerät. So bietet der iPod mini von Apple neben einer Notizfunktion auch die Möglichkeit, Kontakte, Kalender und Aufgabenlisten zu verwalten.

Den größten Sprung aber machte das Handy: Telefonieren ist nur noch eine Funktion unter vielen, das Mobiltelefon wird zum universellen Begleiter. Dabei gerät es fast zur Nebensache, dass 2004 auch endlich der neue Mobilfunkstandard UMTS (Universelles Mobiles Telekommunikationssystem) startet. Handys werden immer hochwertiger - Farbdisplays gehören fast schon zum Standard. Beim Design sind Klapptelefone gefragt. Während in Deutschland noch die traditionelle Geräteform überwiegt, ist das Handy zum Aufklappen in Italien fast schon ein Muss. Statt nerviger Pieptöne sorgen eingebaute MP3-Spieler und mehrstimmige Klingeltöne für den richtigen Sound. Fotohandys haben eine Kamera mit einer Million Pixeln Auflösung eingebaut, sodass sich nun auch Abzüge auf Papier machen lassen.

Das Mobiltelefon funktioniert immer mehr wie ein tragbarer PC und wird die PDAs wohl bald überflüssig machen - also die tragbaren Kleincomputer, die als elektronischer Terminkalender oder Adressbuch dienen. Zusätzliche Fähigkeiten wie das Auswerten von Fitnessdaten oder die eines Diktiergerätes können einfach durch neue Software auf dem Handy installiert werden. Sogar TV-Empfang ist möglich. Die Cebit 2004 zeigt, dass die Computertechnik endlich die Welt der Büros verlassen hat und das tägliche Leben erleichtert.


Neuer Communicator mit Wireless Lan

Communicator 9500 Das neue Handy von Nokia ist schon jetzt ein Luxusobjekt: Das Mobiltelefon richtet sich an Geschäftsleute und ist mit einer kompletten Schreibmaschinentastatur und zwei kleinen Farbbildschirmen ausgestattet. Der Nutzer kann von unterwegs E-Mails schreiben, Termin- und Adressdaten verwalten, im Internet surfen und sogar Präsentationen erstellen. Die wichtigste Neuerung ist aber, dass das Triband-Mobiltelefon den drahtlosen Internet-Zugang per W-Lan (Wireless Local Area Network - ein drahtloses lokales Netzwerk) unterstützt. Immer mehr Cafés und Hotels stellen ihren Gästen diesen Service kostenlos zur Verfügung, bei Tagungen und in Universitäten sind W-Lan-Netze schon der Standard. Sie konnten bislang aber nur mit speziellen Laptops oder Handcomputern genutzt werden. Das Handy von Nokia kann über W-Lan sogar telefonieren. Die Mobilnetzbetreiber dürften diese kostenlose Alternative zu ihrem Angebot eher als Störfunk betrachten.


Ein Internet-Zugang für jedes Fleckchen Erde

Inmarsat R-BGAN Heute ist zwar jedes Land der Welt an das Internet angeschlossen, aber das heißt noch lange nicht, dass man auch überall surfen kann. Besonders in Entwicklungsländern sind die Internet-Zugänge langsam und teuer. In vielen Regionen gibt es weder Internet-Cafés noch Mobilfunk, sodass der Weg ins World Wide Web quasi verschlossen bleibt. Für Reisende in solche Gebiete bietet Inmarsat sein "Regional BGAN"-Satellitenmodem an: Mit dem Gerät in der Größe eines Notebooks ist an jedem Punkt der Erde der Einstieg ins Internet möglich. Die Antenne im Deckel muss einfach aufgeklappt und auf den Satelliten ausgerichtet werden. Sie muss sich nicht einmal im Freien befinden. Die erreichbaren InternetÜbertragungsraten liegen ungefähr bei der doppelten ISDN-Geschwindigkeit.


Dolmetscher für die Tasche

Phraselator Die US-Soldaten in Afghanistan und im Irak benutzen ihn schon - nun soll er auch gestressten Managern bei Dienstreisen ins Ausland helfen: Der "Phraselator" von Voxtec übersetzt Tausende englische Sätze in andere Sprachen. Dazu werden die Wörter einfach in den Handheld- Computer gesprochen, und aus dem eingebauten Lautsprecher ertönt die Übersetzung. Da sich der Wortschatz auf einer herausnehmbaren Speicherkarte befindet, lässt er sich austauschen, wenn die Karte gewechselt wird. 53 Sprachen stehen bereits zur Verfügung, darunter auch exotische wie Aserbaidschanisch, Urdu oder Farsi. Neue Sätze und ihre Übersetzungen können hinzugefügt und auf der Karte gespeichert werden. Der transportable kleine Computer mit Farbbildschirm läuft unter Windows CE 3.0 und lässt sich auch zur Terminverwaltung oder zum Surfen im Internet nutzen. Leider funktioniert der Mini-Dolmetscher bisher nur in eine Richtung.


Mini-Festplatte für unterwegs

Freecom FHD-XS Heute finden immer mehr Daten auf immer geringerer Fläche Platz. Deshalb ist die neue externe Festplatte "FHD-XS" von Freecom kaum größer als ein Butterkeks und bietet trotzdem bis zu 40 Gigabyte Speicherplatz. Ein Netzteil ist nicht notwendig, weil die Speicherplatte durch den USB-2.0-Anschluss mit Strom versorgt wird, über den sie auch ihre Daten mit Transferraten von bis zu 480 MBit pro Sekunde an den Computer schickt. Mit der integrierten Synchronisationsfunktion lassen sich durch einen Knopfdruck Daten zwischen der externen Festplatte und einem Computer abgleichen. Sobald man die FHD-XS an einen Computer anschließt und den so genannten Sync-Knopf drückt, erkennt die Freecom-Software automatisch, welche Dateien geändert wurden, und gleicht diese mit den vorhandenen ab.


Fernseher im Handy

V601N von NEC Nun wird das Handy auch noch zum Fernseher: Als erstes Mobiltelefon der Welt kann das "V601N" von NEC terrestrische Fernsehsignale - also über Antenne im Gegensatz zum Satelliten - empfangen und im Querformat auf seinem Display darstellen. Dazu verfügt das Telefon über einen analogen TV-Empfänger. Außerdem lässt es sich als Fernsteuerung für Karaoke-Geräte benutzen. Seit Januar können Kunden von Vodafone Japan das Handy kaufen. Leider ist es ausschließlich auf den Empfang japanischer Fernsehfrequenzen ausgelegt und kann in anderen Ländern nicht verwendet werden. Weil der Analog-Empfang ziemlich viel Strom verbraucht, experimentieren andere Firmen wie Nokia oder Panasonic an einem neuen digitalen Übertragungsstandard. Mit "Digital Video Broadcasting for Handhelds" (DVB-H) soll stundenlanger Fernsehgenuss möglich sein. Aber die zugehörigen Geräte laufen bisher erst in Labors.


Ein Telefon, das schreibt

Siemens PenPhone Nachdem die SMS den handgeschriebenen Liebesbrief fast vollständig verdrängt hat, geht Siemens mit seinem neuen Handy einen anderen Weg: Auf der Cebit präsentieren die Münchner ihr "PenPhone", das aussieht wie ein Stift und das handgeschriebenen Text erkennt. Der Nutzer kann mit dem PenPhone auf jeder beliebigen Unterlage Nummern und Nachrichten notieren, die die Schrifterkennung des PenPhone erfasst und an den SMS-Editor überträgt. Bislang handelt es sich bei dem Gerät um einen Test. Ob es in Serie geht, steht noch nicht fest. Durch den Wegfall der Tastatur gehört es zu einer neuen Klasse von Geräten, die immer mehr Komponenten verschwinden lassen. Erst kürzlich stellte NTT Docomo in Japan ein Handy vor, das keinen Lautsprecher mehr hat. Stattdessen trägt man es wie eine Uhr am Handgelenk und steckt sich zum Hören den Finger ins Ohr. Eine Mechanik im Armband versetzt die Hand und Fingerknochen für die Übertragung der Töne in Schwingung und trägt den Schall in den Gehörgang. Da Knochen diese Vibrationen besser leiten als Luft, sollen Gespräche mit dem neuen Gerät besser klingen als mit herkömmlichen Handys.


Kabellose Vernetzung für das Auto

Parrot CK 3300 Der französische Hersteller Parrot präsentiert mit seinem Modell "CK 3300" eine Freisprechanlage fürs Auto, die einen GPS-Empfänger für die Navigation eingebaut hat und mit allen Bluetooth- Handys zusammenarbeitet (Bluetooth steht für eine kabellose Übertragung). Autofahrer können telefonieren, ohne eine Taste zu drücken. Dazu nennen sie einfach den Namen der gewünschten Person, und die Freisprecheinrichtung greift auf die sprachgesteuerten Kurzwahlen zurück, die auf der SIM-Karte des Handys gespeichert sind. Über ein großes Display können der Name des Anrufers, die Signalstärke oder Anruferlisten gelesen werden. Das Handy kann dabei in der Tasche bleiben oder sogar im Kofferraum liegen.


Das Handy als Nachtkamera

Sharp GX30 Einen echten Knüller bietet Vodafone seinen deutschen Kunden: Das Handy "Sharp GX30" ist das erste Mobiltelefon in Europa, dessen eingebaute Kamera Fotos mit einer Auflösung von einer Million Pixel liefert. Praktisch sind auch der siebenfache Zoom und der eingebaute Blitz, der endlich Bilder bei Nacht ermöglicht. Besonders wichtig: Für die beliebten Selbstporträts hat das Handy einen Zeitauslöser, und in dem Außen-Display mit 65 536 Farben lässt sich das eigene Aussehen während des Fotografierens überprüfen. Das Klappmodell mit Quadband-Technik unterstützt Bluetooth und hat einen MP3-Player für Musik eingebaut. Gespeichert werden die Fotos und die Musik auf der mitgelieferten SD-Karte, die sich austauschen lässt.


Rechner für die Jackentasche

FlipStart Der "FlipStart"-PC ist zwar kaum größer als eine Handfläche, doch wer ihn aufklappt, entdeckt darin einen vollwertigen Personalcomputer. Das Gerät ist nur 15 x 10 Zentimeter groß und 450 Gramm schwer. Hinter der Neuentwicklung steckt die Firma Vulcan des Microsoft-Mitgründers Paul Allen. So ist es logisch, dass der Computer Windows XP als Betriebssystem verwendet und ein schneller Gigahertz- Prozessor den Takt angibt. Die Festplatte ist 30 Gigabyte groß, und es laufen alle Programme, die man von seinem PC kennt. Auch das Layout der Tastatur entspricht der eines Schreibtischcomputers. Mit einem aufgeladenen Energiespeicher sollen laut Herstellerangabe 24 Stunden Dauernutzung möglich sein.


Mobiltelefon für die Fitness

Nokia 5140 mit Polar-Fitness-Uhr Das Nokia 5140 wird in Kombination mit den neuesten Fitness-Uhren von Polar zu einem Hightech-Trainingszentrum für Radfahrer oder Läufer: Direkt nach dem Sport lassen sich die Messdaten für Strecke, Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Kraft, Energieverbrauch und Herzfrequenz per Infrarot auf das Handy übertragen und auf dem Farbdisplay grafisch auswerten. Die Informationen können für eine Monatsauswertung im Handy gespeichert oder auch per Spezial- SMS an ein baugleiches Handy geschickt werden. Ein ansteckbarer GPS-Empfänger und eine eingebaute Taschenlampe machen das besonders robust gebaute Kamerahandy zum idealen Trainingspartner für Extremsportler.


USB-Stift erkennt den Fingerabdruck

ClipDrive Die gewöhnliche Diskette ist fast schon ein Relikt aus alten Zeiten. Sie hat als Speichermedium und beim Transport von Daten so gut wie ausgedient: Fingergroße USB-Stifte speichern mehr als 1000-mal so viel. Manche Manager tragen all ihre Dateien auf dem kleinen Speicherstift am Schlüsselbund. Nur was passiert, wenn der USB-Stift mal verloren geht oder in falsche Hände gerät? Das kanadische Unternehmen Memory Experts International bietet dafür den "ClipDrive Bio" an, einen USB-Stift mit integriertem Fingerabdruckscanner. Bis zu zwei Gigabyte Information lassen sich darauf speichern, doch Zugang hat nur, wer sich durch den richtigen Daumenabdruck als berechtigt ausweist. Außer zum sicheren Transport von Daten lässt sich der USB-Speicherstift auch für die biometrische Anmeldung am Computer oder im Firmennetzwerk verwenden.


Visitenkarten-Scanner mit Sprachkenntnissen

Corex CardScan Die Visitenkarte aus Papier stirbt nicht aus. Nach der Cebit wird das Portemonnaie wieder voll sein mit Kontaktdaten, die sortiert werden müssen. Fast drei volle Arbeitstage pro Jahr sollen Büroangestellte damit verbringen, Daten von Visitenkarten in Computer einzugeben, heißt es in einer Studie. Um diesen lästigen Arbeitsschritt einzusparen, bietet die Firma Corex den Visitenkarten- Scanner CardScan an. Der liest die Visitenkarten zügig ein und sortiert die Angaben nach Namen, Unternehmen, Adressen und Telefonnummern. Die Daten können danach auf dem PC in elektronischen Adressbüchern oder Unternehmensdatenbanken weiterverarbeitet werden. Der Scanner erfasst und versteht Daten in Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch.


Mini-MP3-Spieler

iPod mini Nachdem Apple seinen iPod mehr als zwei Millionen Mal verkauft hat und das kleine Abspielgerät damit zum meistverkauften MP3-Player der Welt wurde, musste er nun durch die Schrumpfkur: Der Nachfolger "iPod mini" wiegt nur noch 108 Gramm und ist damit kleiner als die meisten modernen Mobiltelefone. Trotzdem steckt in dem kleinen, bunten Aluminiumgehäuse eine Festplatte mit vier Gigabyte Speicherplatz, auf der sich mehr als 1000 Songs in MP3-Format mitnehmen lassen. Der neue iPod lässt sich über einen USB-2.0- und einen Firewire- 400-Anschluss mit dem Computer verbinden. Sein integrierter Energiespeicher, der Akku, liefert nach Herstellerangaben eine Laufzeit bis zu acht Stunden und kann über die Anschlüsse ebenfalls aufgeladen werden.


Datensicherheit fürs mobile Telefonbuch

MySIMEditor Die meisten Leute speichern ihre Telefonnummern im Handy. Manche hüten sie sogar ausschließlich dort. Dann ist es besonders ärgerlich, wenn das Mobiltelefon gestohlen wird und mit ihm alle Daten. Die Firma Gemplus schafft Abhilfe und präsentierte kürzlich den "MySIMEditor", mit dem sich alle Informationen einer SIM-Karte auf einen PC laden lassen. Die Karte wird einfach in ein kleines Lesegerät eingelegt, das über die USB-Schnittstelle mit dem PC verbunden ist. Auf dem Computer können dann eine Sicherheitskopie des Telefonbuchs und der gespeicherten Kurzmitteilungen angelegt und Kontakte verwaltet werden. Der Datenaustausch funktioniert auch andersherum: Die Adressbucheinträge können aus dem Outlook- Programm mit einem Mausklick auf die SIMKarte übertragen werden.


Aufklappbarer Alleskönner

Motorola MPx Eine neue Gerätemischung zwischen Handy und PDA ist das "MPx" von Motorola. Das Telefon hat eine eingebaute Mini-Tastatur, die erst nach dem Aufklappen des Gerätes zum Vorschein kommt. Das Gerät läuft mit dem Betriebssystem Windows CE und verfügt daher von vornherein über Verwaltungsprogramme für Termine, Adressen und Aufgaben wie auch über die Pocket- Ausführungen von Word, Excel, Internet Explorer und den Windows Media Player zur Wiedergabe von Musik. Über Bluetooth, Wireless Lan oder die Infrarot- Schnittstelle kann das Smartphone mit anderen Geräten kabellos verbunden werden. Die eingebaute Digitalkamera mit Blitz liefert Bilder mit maximal 1,3 Millionen Pixel Auflösung.


Die dritte Generation im Laptop

UMTS-PC-Karte von Vodafone Die dritte Generation des Mobilfunks startet in Deutschland zaghaft. Als erster Mobilfunkanbieter präsentiert Vodafone ein Endgerät für UMTS. Allerdings ist es kein Handy, sondern eine Steckkarte für den mobilen Internetzugang mit dem Notebook. Mit der "Mobile Connect Card" sollen Vodafone-Kunden mit maximal sechsfacher ISDN-Geschwindigkeit surfen können. Erste Tests zeigten, dass diese Geschwindigkeit zwar selten erreicht wird, die Karte aber insgesamt ein angenehmes Arbeiten ermöglicht. In mehr als 200 Städten soll Vodafones UMTS-Netz verfügbar sein, in anderen Gegenden schaltet die PC-Karte auf den Vorgängerstandard GPRS um. Damit das mobile Hochgeschwindigkeitssurfen nicht zu teuer wird, spendierte Vodafone günstigere Tarife für die Datenübertragung. Die ersten UMTSHandys sollen in einigen Monaten in die Läden kommen.


Kamera im Kreditkartenformat

Philips DSC 2000 K In ihren Maßen ist die neue Digitalkamera DSC 2000 K von Philips kaum größer als eine Kreditkarte und nur 11,2 Millimeter dick. Trotzdem liefert sie Bilder mit zwei Millionen Pixeln. Die 160 € teure Kamera bietet neben einem LCD-Bildschirm, einem eingebauten Blitz und einem internen Speicher von 16 Megabyte auch einen Steckplatz für eine SD-Speicherkarte, was ihr bis zu einem Gigabyte zusätzlichen Speicher ermöglicht. Der Akku ist einer der stärksten, die es derzeit gibt. Damit sollen 2000 Fotos im Hellen möglich sein oder 450 Bilder mit Blitz - was ungefähr zehnmal so viel ist wie bei einer herkömmlichen Digitalkamera. Deswegen eignet sich die Kamera besonders für Fotos im Nachtleben, denn durch ihre kleine Bauart findet sie auch im Smoking Platz. Um die Bilder in den Computer zu laden, wird das Gerät einfach in die mitgelieferte Docking-Station gesteckt, die sich per USB mit dem Rechner verbinden lässt. Die Kamera soll im Mai in die Läden kommen.


Hightech-Notebook im Edeldesign

Sony Z1X Der japanische Elektronik- und Unterhaltungskonzern Sony hat seine erfolgreiche Vaio-Notebook-Serie um das Modell "Z1X" ergänzt. Es wirkt edel und ist superflach. Der eingebaute DVD-RW-Brenner ist nur 9,5 Millimeter hoch. Der kleine Rechner beruht auf der Centrino-Technologie des Chipherstellers Intel, die eine integrierte und nahtlose Anbindung an Funknetzwerke ermöglicht. Sie unterstützt den derzeit schnellsten drahtlosen Übertragungsstandard 802.11b/g und macht damit Verbindungen möglich, die bis zu fünfmal schneller sind als mit dem herkömmlichen Standard 802.11b. Die Intelligenz steckt bei den Z1X-Notebooks im Detail: Das Flügeldesign des Rechnergehäuses verleiht den Notebooks nicht nur ein unverwechselbares Aussehen, es schützt auch die Ports vor Beschädigungen.


Sekretärin im Handy

DictaNet Moderne Mobiltelefone funktionieren heute wie kleine Computer - das Telefonieren wird fast schon zur Nebensache. Genau wie bei den großen Rechnern lassen sich immer mehr Programme installieren, die die Möglichkeiten erweitern. Die Software "DictaNet Mobile" verwandelt nun Handys mit dem Microsoft-Betriebssystem in vollwertige Diktiergeräte, beispielsweise das neue MPx200 von Motorola. Die Bedienung des Programms erfolgt intuitiv über die Knöpfe des Handys. Zudem finden sich alle Funktionen eines professionellen Diktiergerätes wieder: Aufnehmen, Anhören, Spulen, Löschen - alles ist mittlerweile integriert. Bis zu 240 Minuten Diktat lassen sich so auf der Speicherkarte eines modernen Mobiltelefons aufnehmen. Die Dateien mit den Diktaten und Gesprächen können per E-Mail vom Mobiltelefon aus weiterverschickt werden.


Ein Speicherstift, der schreiben kann

V-DRIVE Flash Pen Niedliche kleine USB-Speicherstifte sind der Renner der diesjährigen Messe in Hannover. Doch der "V-DRIVE Flash Pen" ist der einzige, mit dem man auch wirklich schreiben kann. Der nachfüllbare Kugelschreiber kommt in edlem Design und schreibt mit seiner Spitze blau oder schwarz. Der Stift bietet zugleich eine recht unauffällige Methode, sensible Firmendaten zu transportieren: In seiner hinteren Hälfte ist ein wiederbeschreibbarer Datenspeicher versteckt, der bis zu 256 Megabyte groß ist. Zu ihrem Schutz bei Verlust kann die gespeicherte Information verschlüsselt werden. Ein 20-stelliges Passwort sorgt für die notwendige Sicherheit.

Wirtschaftswoche 12/2004: FERNSEHEN / Glotze auf dem Handy (11.3.04)

Wirtschaftswoche NR. 012 VOM 11.03.2004 SEITE 126

Spezial

FERNSEHEN / Glotze auf dem Handy

Mit dem Mobiltelefon fotografieren und Videos aufnehmen - das ist Technologie von gestern. Jetzt kommt das digitale Fernsehen aufs Handy.

Thomas Goppels Gesicht ist eingefroren. Schon seit zwei Minuten hat der bayrische Wissenschaftsminister nicht einmal geblinzelt oder die Lippen bewegt. Trotzdem hört man ihn weiter reden. Bis plötzlich sein versteinertes Gesicht hinter einer Schrift verschwindet: "Progr. Geschl. Real One Player (5) Kern Exec 3" steht quer über das Handydisplay geschrieben. Das Technik-Kauderwelsch muss man nicht verstehen. Jetzt hilft nur noch eins: das Handy ausschalten.

Wer sich heute im so genannten "Live-Videostream" die Nachrichten des Fernsehsenders n-tv auf dem Handy anschauen will, der sieht überwiegend ruckelnde Bilder auf dem Display. Die gewohnte Fernsehqualität liefert das mobile live TV-Angebot, das der Mobilfunkbetreiber T-Mobile mit dem Nachrichtensender n-tv anbietet, längst noch nicht. Dafür reichen die Übertragungsraten in den derzeitigen Mobilfunknetzen nicht aus.

Doch das wird sich ändern. Eine neue Technologie bringt das Fernsehen in klarer digitaler Qualität auf den Handyschirm. "Digital Video Broadcasting for Handhelds" - kurz DVB-H - nennt sich die neue Technologie. Mit ihr ist der digitale Fernsehempfang auch auf Mobiltelefonen oder Taschencomputern möglich. Die brauchen dazu lediglich ein entsprechendes Empfangsmodul. Der Übertragungsstandard ist die mobile Variante der neuen digitalen Fernsehtechnik - im Fachjargon DVB-T genannt - das T steht für terrestrisch. Im vergangenen Jahr hat diese Technik in Berlin und Brandenburg die Ausstrahlung analoger Fernsehprogramme bereits abgelöst. Zukünftig wird die Digitaltechnik auch in den übrigen Bundesländern analoge Fernsehsender ersetzen. Vorteil: Wo bisher ein analoger Sender ausgestrahlt wurde, werden jetzt - wie gewohnt über die Hausantenne - vier digitale Programme auf einem Kanal gesendet. Die Zuschauer genießen so mehr TV-Programme in einer besseren Qualität. Sie müssen nur eine so genannte Settop-Box für rund 100 Euro kaufen und an den Fernseher anschließen.

Mit der mobilen Fernsehtechnik DVB-H ist es nun möglich, die Tagesschau auch auf dem Handy zu empfangen. DVB-H passt die digitalen Bilddaten den kleinen Handydisplays an und reduziert den Stromverbrauch. "Damit die Batterien nicht schon vor der Wettervorhersage den Geist aufgeben, reduziert DVB-H den Leistungsverbrauch der Handyakkus etwa auf ein Sechstel", sagt Technikexperte Ulrich Reimers, Leiter des Instituts für Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Braunschweig und Technikchef im Branchenverband DVB-Forum.

Die für diese Technik erforderlichen Mobiltelefone, die mit einem Adapter für den Empfang von Fernsehsignalen ausgestattet sind, haben Hersteller wie Nokia, Samsung, NEC oder Sanyo bereits vorgestellt. Sie sollen Anfang 2005 auf den Markt kommen.

Erste Probeläufe mit dem Handy-TV starten im Sommer in mehreren europäischen Städten. In Berlin beginnt Mitte des Jahres ein Pilotversuch mit 20 bis 50 Testpersonen, die das mobile Fernsehen auf a speziellen Handys und Kleincomputern ausprobieren können. Ganz vorne dabei ist der finnische Handyhersteller Nokia mit dem neuen mobilen Multimediahandy 7700. Mit dem lässt sich nicht nur per Internet-Browser im Web surfen, daran kann auch ein Empfangsmodul fürs mobile Fernsehen angeschlossen werden.

Gemeinsam mit der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, dem Mobilfunker Vodafone, dem Unterhaltungselektronikkonzern Philips und dem Medienkonzern Universal testen die Finnen, welche mobilen Handy-TV-Dienste die Kunden nutzen wollen.

Einen noch größeren Versuch startet Nokia mit den finnischen Mobilfunknetzbetreibern TeliaSonera und Radiolinja im Raum Helsinki im kommenden Herbst. Für 500 Nutzer liefern gleich drei finnische TV-Stationen die Fernsehprogramme.

Ist das Handy-TV die nächste digitale Mobilfunkrevolution, mit der die dritte Mobilfunkgeneration, der Standard UMTS, endgültig zum Flop wird? Abendfüllende Spielfilme wird sich zwar wohl kaum jemand auf dem Handy-Mäusekino anschauen wollen. Doch die Sportschau, das Heute-Journal oder ein MTV-Musikclip kommen schon eher infrage. Derlei mobile Multimediadienste wie Live-TV-Übertragungen von Sport-, Musik- oder Nachrichtensendungen sollten aber über die neuen mobilen UMTS-Funknetze für Umsätze bei den Mobilfunkbetreibern sorgen.

Technikexperte Reimers ist sicher: "DVB-H ist die bessere Variante für solche Dienste. In einer UMTS-Funkzelle können nur wenige Nutzer gleichzeitig mit guter Qualität eine Live-Übertragung empfangen, weil sich viele Nutzer die Bandbreite in der Funkzelle teilen müssen." Bei der neuen digitalen Fernsehtechnik ist es egal, wie viele Nutzer gleichzeitig fernsehen.

Nokia-Manager Mika Kavanti geht davon aus, dass sich UMTS und das neue mobile Handy-TV gut ergänzen werden. "Rundfunkgesellschaften und Mobilfunkbetreiber müssen eng zusammenarbeiten," so Kavanti. Geht es nach den Plänen von Nokia, dann stellen die Rundfunkgesellschaften die Frequenzen für das Handy-TV nach DVB-H zur Verfügung, die Mobilfunknetzbetreiber bieten mobile Zusatzdienste an und sind für deren Abrechnung zuständig. Kavanti: "Ideal wäre ein Angebot, das neben einem kostenlosen mobilen Basis-TV-Programm auch Pay-TV und interaktive mobile Dienste bietet."

Beispielsweise könnte sich der Fußballfan, der auch auf der Dienstreise auf keinen Fall das Länderspiel verpassen will, das Spiel am Flughafen oder im Taxi auf dem Handy per DVB-H anschauen. Die Videosequenz mit den besten Toren könnte er sich per UMTS auf sein Handy runterladen.

Eine andere Anwendung, die im Berliner Handy-TV-Pilotprojet getestet wird, ist "KeyToSee", dass Freischalten von TV-Angeboten über das Mobiltelefon: Der Nutzer bekommt Trailer für TV-Filme auf sein Handy gespielt und kann bei Interesse den Film für die Ausstrahlung auf seinem heimischen Fernseher bestellen. Bezahlt wird das Pay-TV per Mobilfunkrechnung. "UMTS bietet interaktive, persönliche Dienste. DVB-H sendet mobile TV-Programme, die nur zu einer ganz bestimmten Zeit an viele Nutzer gleichzeitig ausgestrahlt werden", sagt Kavanti. "So profitieren Mobilfunkbetreiber und Rundfunksendeanstalt."

Axel Freyberg, Telekomexperte bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney ist da anderer Meinung. "Der freie TV-Empfang in Handys könnte das Geschäft der Mobilfunkanbieter beeinträchtigen, wenn die Kunden in Zukunft auf ihren Handys kostenfrei fernsehen, anstatt SMS zu verschicken oder andere kostenpflichtige Angebote zu nutzen."

Zwar hoffen die Mobilfunker, dass das mobile Fernsehen nicht kostenlos von den Rundfunkstationen gesendet wird, aber abgesehen von der monatlich zu zahlenden Gebühr an die GEZ, verbieten bisher die Mediengesetze normale Fernsehprogramme als Pay-TV auszustrahlen.

Rein technisch könnten die Mobilfunker sogar ganz aus dem Spiel genommen werden. Schließlich sind die Frequenzen für die Fernsehsender in der Hand der Landesmedienanstalten. "Wer auf seinem Handy nur fernsehen will, braucht keinen Mobilfunkbetreiber und auch keine zusätzlichen Videodienste per UMTS," sagt Jan Michael Hess vom Berliner Beratungsunternehmen Mobile Economy. "Er kauft sich einfach ein Smartphone mit digitalem TV-Adapter."

Autor: MARKUS GÖBEL

Microsoft Magazin 02/2004: Lotse in jeder Lebenslage (5.3.04)

Microsoft Magazin 02/2004, S. 40/41

Lotse in jeder Lebenslage

Für seine Kunden hält Microsoft ein umfangreiches und flexibles Supportangebot bereit - vom Telefonservice bis zur Beratung vor Ort. Sogar einen persönlichen Betreuer, der ausschließlich für ihr Haus zuständig ist, erhalten Unternehmen auf Wunsch zugewiesen.

>>> Autor: Markus Göbel

Martin Behrendt war mit seinem Latein am Ende: Nachdem er das neue Service-Pack für Windows installiert hatte, funktionierte die Maus nicht mehr. Auf Hunderten von Computern hatte der Application Manager der IKB Deutsche Industriebank die neue Software eingerichtet und ausprobiert. Doch nur an diesem Schreibtisch machte der PC Probleme. Als Behrendt ihn durch einen anderen Rechner ersetzte, zeigte dieser sofort dieselben Symptome, obwohl er vorher noch tadellos funktioniert hatte. Verzweifelt wandte er sich an seinen persönlichen technischen Ansprechpartner bei Microsoft, der ihm durch das Serviceangebot des Premier Support jederzeit zur Verfügung steht. Prompt fand der Microsoft- Betreuer die Lösung: Eine ferngesteuerte Überwachungskamera an der Außenseite des Hauses hatte die PCs durcheinander gebracht.

Schnittstelle zu den Softwareentwicklern

"Mit dem Premier Support sind wir sehr zufrieden", lobt Behrendt. Seit 1994 nützt die Spezialbank für Unternehmen diesen Service für ihre 1500 Arbeitsplätze an zwölf Standorten. Der IKB steht der persönliche Technical Account Manager (TAM) Karl-Heinz Neuß zur Verfügung. Er kennt die Softwareinstallationen der Bank seit Jahren und ist so auf alle Probleme vorbereitet. "Wir sind die Schnittstelle zu den Fachleuten bei Microsoft", erklärt Neuß, der auf 270 Experten im Supportcenter Unterschleißheim zurückgreifen kann. Betrifft ein Problem den Kern der Software, zieht er sogar Experten aus der Microsoft- Zentrale in Redmond nahe Seattle zu Rate.

Auch in anderen Unternehmen funktioniert der Support reibungslos. "Unser wichtigstes Arbeitsinstrument ist die Telefonkonferenz", erklärt Hans-Jürgen Schutte, einer von zehn TAMs weltweit bei Microsoft, der ausschließlich für den Elektronikkonzern Siemens AG verantwortlich ist. Er hilft nicht nur im Notfall, sondern organisiert auch Workshops und gibt strategische Empfehlungen. Deshalb war Siemens gut vorbereitet, als der Blaster-Wurm letztes Jahr weltweit EDVSysteme zum Absturz brachte. Bereits sechs Monate vorher hatten die TAMs alle Sicherheitslöcher stopfen lassen. "In der Kundenzufriedenheitsanalyse gab uns Siemens daraufhin eine Acht bis Neun auf der neunstufigen Skala - das beste Ergebnis der letzten Jahre", berichtet Schutte stolz.

Bereits mehr als 370 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich für den Premier Support von Microsoft entschieden. Siemens und die IKB sind seit Beginn im Jahr 1994 dabei. Einen erhöhten Bedarf an betreuten Supportdienstleistungen bei den Firmen hat auch Bob Igou ausgemacht, Principle Analyst bei dem Marktforschungsunternehmen Gartner: "Je komplexer die IT-Strukturen in einem Unternehmen werden, desto mehr Wert legt es auf stabile, langfristige Partnerschaften mit Supportanbietern." Wegen der persönlichen Betreuung durch die TAMs ist der Premier Support vor allem als Ergänzung für Kunden mit Software Assurance interessant. Diese Lizenzvereinbarung sichert Microsoft-Kunden während der Laufzeit des Vertrags immer die neueste Softwareversion zu. Zu dem Paket gehören auch - je nach Lizenzprogramm - Services wie technischer Support während der Geschäftszeiten, Heimnutzungsrechte für Produkte der Office-Familie sowie vielfältige Trainingsmöglichkeiten. Kombiniert der Kunde seine Supportanfragen im Rahmen der Software Assurance Services mit Premier Support, so kann er Fragen zu kritischen Problemen bei Tag und Nacht stellen.

Exklusive Informationsdienste

Da nicht jedes Unternehmen so einen umfangreichen Service wie den Premier Support benötigt, hat Microsoft in diesem Jahr den so genannten Essential Support für mittelständische Firmen eingeführt. Ihn gibt es in zwei Paketen zu Festpreisen. Mit dem Essential Support erhalten IT-Mitarbeiter des Kunden direkten telefonischen Kontakt zu einem festen Team von Spezialisten. Diese Technical Account Specialists von Microsoft machen sich zunächst mit der IT-Infrastruktur ihrer Kunden vertraut, um sicherzustellen, dass der Service so effizient wie möglich eingesetzt wird. Bei späteren Anfragen kann jeder Experte aus dem Team auf das Profil des Unternehmens zugreifen und ist dadurch stets sofort im Bilde. "Der Essential Support sichert den Kunden die schnelle Weiterleitung der Anfragen an die Microsoft-Teams", erklärt Christine Niehage vom Microsoft Geschäftskunden Support.

Auch dieses Supportangebot stellt Informationen zur Verfügung, bevor technische Probleme überhaupt auftreten. Dafür enthält der Vertrag eine bestimmte Anzahl an Beratungsstunden. Per Telefon helfen die Microsoft-Spezialisten bei komplexen Fragen etwa zur Softwareentwicklung. Da immer mehr Unternehmen verlangen, dass ihre IT-Mitarbeiter ständig auf dem neuesten Stand der Technik bleiben, ermöglicht der Essential Support außerdem den Zugriff auf exklusive Internetdienste. Zu diesen Services gehören zum Beispiel Microsoft Premier Online, eine Webseite mit Meldungen und Artikeln zu Produkten sowie Sicherheitsberichten. Weiter im Angebot ist das Microsoft TechNet, ein monatlicher Abonnementdienst auf CDs oder DVDs mit technischen Daten und Betasoftware sowie der Online Concierge. Dieser Internetdienst hilft bei der Suche nach Artikeln und sonstigen Informationen im Web.

Gut, dass wir verglichen haben

Mit all diesen Angeboten lässt Microsoft seine Kunden mit ihren Problemen nie allein, wie auch Martin Behrendt von der Industriebank IKB bestätigen kann. Der Application Manager nützt häufig die Prüffunktion und schickt seine Ideen, Programmcodes und Konfigurationsänderungen immer erst den Experten des Premier Support zur Überprüfung.

"In den vergangenen Monaten habe ich auch Erfahrungen mit dem Support anderer Softwarehersteller gesammelt", erzählt Behrendt. "Im Vergleich dazu schneidet der Premier Support von Microsoft mit Abstand am besten ab." Denn zur Not kümmere er sich auch um Probleme, die nicht direkt die IT betreffen - zum Beispiel um dazwischenfunkende Überwachungskameras.



_Mehr // Support

Den Essential Support erreichen Sie unter Tel. 0180 5 672330 und den Premier Support unter 0180 5 229552 (0,12 Euro/Min. deutschlandweit). Weitere Informationen zu den Supportangeboten erhalten Sie auf unseren Webseiten. Rufen Sie dazu die unten angegebene Internetadresse auf.

Mehr über die Supportangebote von Microsoft erfahren Sie auf Seite 73 oder unter: www.microsoft.com/germany/business/magazin/microsoft

"Der Premier Support von Microsoft schneidet mit Abstand am besten ab."
Martin Behrendt, Application Manager, IKB Deutsche Industriebank

Wirtschaftswoche 11/2004: MULTIMEDIA / Das Multi-Medium (4.3.04)

Wirtschaftswoche NR. 011 VOM 04.03.2004 SEITE 100

Spezial

MULTIMEDIA / Das Multi-Medium

Die Grenzen zwischen Computerwelt und Unterhaltungselektronik lösen sich auf. PC-Technik übernimmt die Kontrolle im digitalen Home-Entertainment. Die Industrie hofft auf einen neuen Wachstumsmarkt.

Fast schon verschwörerisch neigt sich Jörg Welke seinem Gegenüber zu: "Woll’ns a rechte Sensation sehen?", fragt der Verkäufer in der HiFi-Abteilung des Elektronikkaufhauses am Münchner Altstadtring. Ohne die Antwort abzuwarten eilt der Mittdreißiger voraus. Vor einem Kartonstapel bleibt er stehen, darauf eine silbrig glänzende Box, Format Videorekorder ohne Kassettenschacht. "Das", verrät Welke dem Herrn im Janker bedeutungsschwanger, "ist ein Multimedia-Homeserver."

Als der Mann, mehr ratlos denn beeindruckt, schweigt, legt Welke nach: "Den stecken’s an den Fernseher, und dann spielt er Ihnen Kinohits von DVDs, zeichnet’s Fernsehen auf, holt jedes Internetradio ins Wohnzimmer, die digitalen Urlaubsfotos auf den Bildschirm und liest auf Wunsch sogar noch Ihre E-Mails vor." Schweigen! "Solche Geräte werden die Unterhaltungselektronik revolutionieren", versucht der Angestellte noch einmal den Kunden zu begeistern. Doch der schaut nur staunend auf den multifunktionalen Kasten und meint schließlich: "Eigentlich wollt’ ich ja gar keine Revolution, sondern nur ’nen neuen Verstärker."

Erfahrungen wie diese macht Welke immer wieder, seit die knapp 1400 Euro teure Multimediabox Anfang Februar im Münchner Elektronikmarkt auftauchte. Bisher wartet sie inmitten von Videorekordern, DVD-Spielern und Endverstärkern fürs Hi-Fi-Rack weit gehend vergeblich auf Käufer. "Bestenfalls eine halbe Hand voll Homeserver", sagt der Münchner Verkäufer, habe er bisher verkauft. Ihn wundert das nicht: "Das ist eine ganz neue Gerätegeneration. Auf einmal wachsen mit Computertechnik und Unterhaltungselektronik gänzlich getrennte Welten zusammen. Daran müssen sich die Kunden erst einmal gewöhnen."

Das Zögern der Kunden kann die Euphorie der Industrie für das Thema nicht bremsen. "Getrieben von der Digitalisierung aller Medien - sei es Musik, Video, Fernsehen oder Radio -, lösen sich die einst starren Grenzen zwischen den Technologien auf", sagt Paul O’Donovan, Elektronikanalyst beim Marktforscher Gartner. Von IT-Riesen wie Hewlett-Packard oder Dell auf der einen bis hin zu Spezialisten aus der Unterhaltungselektronik wie Philips oder Panasonic auf der anderen Seite - alle Branchengrößen setzen massiv auf die Konvergenz von Unterhaltungs- und Computerwelten. Allen voran die Branchengrößen Microsoft und Sony versuchen, sich mit umfangreichen Hard- und Softwarekonzepten in die beste Ausgangsposition zu bringen (siehe Seite 106).

Auch auf der weltgrößten Elektronikmesse Cebit. So prominent wie nie zuvor buhlt die Industrie ab Mitte März in Hannover mit neuen Gerätekonzepten an der Schnittstelle von Informationstechnologie und Home Entertainment um den erhofften Wachstumsmarkt der digitalen Unterhaltungswelten. "Egal, ob Hard- oder Softwareproduzent, Netzbetreiber, -ausstatter oder Inhalteanbieter, es gibt keinen wichtigen Player, der sich nicht mit dem Thema befasst", sagt Ernst Raue, für die Cebit verantwortliches Vorstandsmitglied bei der Deutschen Messe in Hannover. Um der Entwicklung Rechnung zu tragen, hat Raue seine Technoschau unter dem Hermesturm erstmals um den neuen Messeschwerpunkt "Digital Life" ergänzt. Auch die WirtschaftsWoche widmet sich dem Trend zum Multi-Medium im Rahmen ihres traditionellen Technologieforums am ersten Messetag, und diskutiert Potenziale und Erfolgskriterien mit einem hochkarätigen Expertengremium (siehe Seite 118).

Die Entwicklung vollzieht sich aus zwei Richtungen gleichzeitig. Einerseits erweitern die klassischen Heimelektronikhersteller ihre Geräte wie etwa Fernseher oder Hi-Fi-Komponenten um Funktionen aus der Computerwelt. So lässt sich beispielsweise die jüngste Generation digitaler Videorekorder, die Programme statt auf den bekannten Magnetbändern auf eingebauten PC-Festplatten aufzeichnen, bereits mit dem Internet verbinden und via Web programmieren. Neue CD- und DVD-Spieler für die Stereoanlage wiederum geben auch Musik von Compact und Digital Versatile Disks wieder, auf denen die Hits nicht mehr in Form klassischer Audiodateien abgelegt, sondern im neuen, aus der Computerwelt stammenden MP3-Format gespeichert sind. Moderne Fernseher besitzen zum Teil bereits Anschlüsse, über die sich Aufnahmen von digitalen Fotokameras (siehe Seite 114) ohne zwischengeschalteten PC auf dem Großbildschirm betrachten lassen.

Auf der anderen Seite übernimmt der heimische PC immer mehr Funktionen, die bisher der Unterhaltungselektronik vorbehalten waren und spielt zum Beispiel neben Musik auch Kinohits von DVDs ab. Selbst Fernsehen über die Hochgeschwindigkeitsinternetverbindung DSL (Digital Subscriber Line) ist heute möglich (siehe Seite 110). Zudem kommen immer mehr Computer auf den Markt, die nicht nur vollwertige Bürorechner sind, sondern auch mit einer Fernbedienung und einem Modul für Fernsehempfang ausgeliefert werden. "So hatten beispielsweise auch die letzten Aldi-Computer bereits TV-Empfänger", sagt Reiner Kreplin, Manager für Digital Home Programs bei Intel, die Computerchips für Multimedia-PCs liefert. Mithilfe von Kommunikationstechnologien wie WLAN genannte drahtlose Netzwerke (Wireless Local Area Network), Datenübertragung über Stromleitungen (Powerline) oder Fernsehkabel lassen sich die Audio- oder Videoinhalte, die via High-Speed-Internet, Antenne oder TV-Breitbandkabel ins Haus kommen, schließlich zwischen PC und Wohnzimmerelektronik austauschen.

Wie die Hardwarehersteller wollen daher auch die Lieferanten der IT-Komponenten massiv in das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik einsteigen. Kreplins Arbeitgeber beispielsweise will 200 Millionen US-Dollar in Firmen investieren, die an neuen Technologien für das digitale Heim arbeiten. Zudem kündigte Intel-Präsident Paul Otellini im Januar auf der Heimelektronikfachmesse Consumer Electronics Show in Las Vegas an, "mit einer neuen Chiptechnologie für große, hochauflösende Bildschirme wollen wir die ökonomischen Regeln für die Produktion von Großbildfernsehern gründlich verändern".

Unterschwellige drohung. Das lässt sich gleichermaßen als Versprechen wie als Drohung interpretieren. Schließlich bringt der massive Auftritt der IT-Größen in der Unterhaltungselektronik die etablierten Anbieter in Zugzwang. "Denn die IT-Anbieter werden die Innovationszyklen in der digitalen Unterhaltungselektronik deutlich verkürzen", sagt Wafa Moussavi-Amin, Technologieanalyst beim Marktforscher IDC in Frankfurt, "und die Preise für die Endgeräte geraten unter Druck."

Einen Vorgeschmack darauf, was die Branche erwartet, belegt ein Blick in die USA. Dort sind Computergrößen wie Dell oder Gateway bereits im vergangenen Jahr ins Geschäft mit Flüssigkristall-Flachbildfernsehern (LCD-TV) eingestiegen. Binnen weniger Monate brachen die Preise um bis zu 50 Prozent ein. "Für die Branche bre- a chen harte Zeiten an. Denn Computerhersteller wie etwa Dell werden in der Unterhaltungselektronik auf Dauer mit ähnlich minimalen Margen arbeiten, wie sie das in der IT bereits seit Jahren tun", sagt Luc Graré, Vertriebsdirektor Information Service Products beim südkoreanischen Elektronikriesen LG.

Die Computerindustrie treibt vor allem ein Gedanke: Sie muss neue Geschäftsfelder erschließen, denn zum Teil schrumpft das PC-Geschäft bereits (Grafik Seite 102). "Im vergangenen Jahr nutzten schon knapp 70 Prozent der europäischen Konsumenten einen PC - die Mehrheit davon zu Hause", so Forrester-Analyst Paul Jackson in einer aktuellen Studie, in den USA liegt die Quote sogar bei 80 Prozent.

Da kommen die Meldungen über gute Geschäfte im Home-Entertainment-Geschäft wie gerufen. So katapultierte sich beispielsweise Gateway beim Verkauf von Plasmadisplay-Großfernsehern mit 106 Zentimeter Bilddiagonale aus dem Nichts an die Spitze des Marktes - vorbei an den etablierten Anbietern. Bei der südkoreanischen LG stieg der operative Gewinn des für die Produktion von Flüssigkristall-Flachbildschirmen zuständigen Joint Ventures mit Philips im vergangenen Jahr um mehr als 300 Prozent auf knapp 860 Millionen Dollar. Der Festplattenhersteller Maxtor verkauft laut Europa-Chef Didier Trassaert in Japan bereits mehr Speicherplatten an Abnehmer aus dem Home-Entertainment-Umfeld wie etwa Sony, als an die Computerbauer. Bis 2007 soll der Festplattenabsatz in diesem Segment nach Berechnungen von IDC um rund 40 Prozent pro Jahr steigen.

Dabei ist - wie das Münchner Beispiel zeigt - noch gar nicht ausgemacht, ob sich die Kunden tatsächlich für die Möglichkeiten der Verknüpfung von Computer- und Unterhaltungselektronik begeistern werden. "Der Markt entsteht ja gerade erst", dämpft IDC-Analyst Moussavi-Amin allzu hoch fliegende Erwartungen der Anbieter. "Das Geschäftspotenzial ist noch gar nicht verlässlich abzuschätzen."

Rüdiger Spies, Strategieanalyst der Meta Group, glaubt aber, dass dies nur eine Frage der Zeit ist. Er verweist auf den Erfolg digitaler Festplatten-Videorekorder. "Rein technisch betrachtet sind das nichts anderes als Computer." Nur sei die Technik so geschickt verpackt, dass das den Nutzern weder in der Bedienung noch in der Optik auffalle: "Wenn die Boxen als PC erkannt werden - und sich auch noch so benehmen und die Nutzer fortgesetzt mit Systemabstürzen oder Programmfehlern nerven -, dann ist der Markt schon verloren, bevor er richtig angefangen hat."

Extrem Einfach. Der frühere RTL-Chef Helmut Thoma bezeichnete "Einschalten, Lautstärke und Umschalten" einmal als "die drei wichtigsten interaktiven Funktionen des Fernsehens". Anbietern wie dem südkoreanischen Elektronikriesen Samsung ist das Risiko bewusst: "Ein bis zwei Tastendrücke - und alles muss extrem einfach funktionieren", sagt Thomas Ferrero, Marketingdirektor bei Samsung in Deutschland. Nicht nur er bezweifelt daher, dass omnipotente Multimediacomputer wie Welkes Home Server tatsächlich, abgesehen vom Fernseher, die gesamte Unterhaltungselektronik aus der Wohnung verdrängen. "Auch in Zukunft wird noch eine Vielzahl von Endgeräten im ganzen Haus stehen", sagt Gartner-Analyst O’Donovan. Nur seien die komplett miteinander vernetzt und hätten mit den analogen Vorgängern nur noch die Optik gemein: "Hinter der Frontblende mit dem Herstellernamen regiert dann die Digitaltechnik."

Damit das digitale Heim funktioniert, müssen die IT-Größen eine entscheidende Erkenntnis verinnerlichen: "Es müssen nicht nur alle Komponenten für sich, sondern vor allem miteinander absolut problemlos zusammenspielen", fordert IDC-Analyst Moussavi-Amin. Vorbild sei die Unterhaltungselektronik. "Ob Verstärker oder Kassettendeck, CD-Spieler oder Radio, Geräte aller Hersteller lassen sich mit dem gleichen Kabel und dem gleichen Stecker verbinden — und funktionieren dann, ohne dass man sich noch mal um das Installieren oder Abstimmen zusätzlicher Programme kümmern muss!"

Die erste Generation der Multimediamaschinen auf PC-Basis ist von dieser Perfektion noch weit entfernt. Das belegt ein Test des Computerfachmagazins "c’t". Darin kritisieren die Fachleute unter anderem, einige der Unterhaltungscomputer seien zu kompliziert zu bedienen, bei anderen Lüfter und Festplatte im Gerät zu laut für die Wohnstube. Bei einem Rechner ließ sich nach einem Systemcrash nicht einmal mehr die Software reparieren.

Zwar ändern derlei Kinderkrankheiten nach Ansicht von Meta-Group-Mann Spies nichts an der wirtschaftlichen Bedeutung der Technologiekonvergenz: "Während die Industrie in der Vergangenheit nur Visionen präsentierte, sind nun die nötigen Geräte und Komponenten verfügbar. Das Geschäft kann beginnen." Doch selbst Profiteure der Entwicklung wie Samsung-Manager Ferrero warnen ihre Branche vor überzogenen Hoffnungen auf einen raschen Durchmarsch der Computertechnik im Home Entertainment. "Bis die Unterhaltungselektronik im Gros der Haushalte komplett digitalisiert ist, vergehen noch 10 bis 15 Jahre."

Autor: Markus Göbel / Thomas Kuhn

Markus Göbel, Journalist

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